Pirat-Klassenvorschriften

gültig ab 01.05.1976 (Stand: 01.04.2018)

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Die Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Gelb markiert sind Änderungen 01.04.2016 gegenüber 01.04.2000
Orange markiert sind Änderungen 01.04.2018 gegenüber 01.04.2016

Weiß markiert: Anmerkung für Österreich bzw. Schreibfehlerberichtigung

  1. Allgemeines
  1. Der Pirat ist eine von Karl Martens entworfene Zweimann-Einheitsjolle.
  2. Diese Klassenvorschriften sollen sicherstellen, daß alle Boote dieser Klasse in allen Punkten, die die Geschwindigkeit und die Segeleigenschaften beeinflussen, soweit wie möglich gleich sind. Die Vorschriften sind in diesem Sinne auszulegen. Alles, was in diesen Klassenvorschriften nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten.
  3. Um unerwünschte Konstruktionen oder Abweichungen von Plänen und Klassenbestimmungen zu verhindern, die nicht im Sinne der Klasse sind und das Prinzip der Einheitsklasse gefährden, können Änderungen in den Plänen oder Klassenbestimmungen kurzfristig vom Technischen Ausschuß (TA) des DSV vorgenommen werden. Änderungen der Klassenvorschriften können nur mit 2/3-Mehrheit der Klassenvereinigungsjahreshauptversammlung beschlossen werden und müssen vom TA des DSV genehmigt werden.
  4. Um technische Verbesserungen zu erproben, die über diese Vorschriften hinausgehen, kann der TA des DSV für die Teilnahme an Regatten einzelnen Booten (höchstens drei) Ausnahmegenehmigungen erteilen. Diese Boote dürfen an nationalen und internationalen Meisterschaften nicht teilnehmen. Nach genügender Erprobung entscheidet der TA des DSV, ob solche Verbesserungen zu Regatten offiziell zugelassen werden.
  5. Alle Boote müssen nach den offiziellen Unterlagen gebaut sein (Klassenvorschriften, Zeichnungen, Meßbrief). Bestehen Widersprüche zwischen Klassenvorschriften, Zeichnungen und Meßbrief, so ist dieses dem TA des DSV zur Klärung vorzulegen.
  6. Die Verwaltung der Klasse obliegt dem DSV in Zusammenarbeit mit der internationalen Klassenvereinigung.
  7. Der DSV und die Klassenvereinigung übernehmen keine rechtliche Haftung hinsichtlich dieser Vorschriften und irgendwelcher daraus abgeleiteter Ansprüche.
  8. Diese Vorschriften sind gültig ab 1.05.1976. Bootsrümpfe, die vor diesem Termin gebaut wurden und diesen Vorschriften nicht entsprechen, können einen Meßbrief erhalten, wenn die zur Zeit des Baues gültigen Vorschriften eingehalten wurden.
  1. Gebühren
  1. Die Vermessungs- und Registriergebühren werden vom nationalen Verband festgelegt und richten sich nach den jeweils gültigen Gebührenordnungen.
  2. Die Lizenzgebühren sind an den DSV zu zahlen.
  1. Hersteller / Baulizenzen
  1. Boote der Piraten-Klasse dürfen nur durch Hersteller gebaut werden, die hierfür vom DSV (Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg) lizensiert sind. Eigenbau ist ohne Lizenz erlaubt. Als Eigenbauer gelten die Personen, die nicht mehr als ein Boot im Jahr ausschließlich für ihren Eigenbedarf bauen.
  2. Baulizenzen müssen beim DSV beantragt werden. Bei ausländischen Werften muss dieser Antrag durch den jeweiligen nationalen Verband befürwortet werden.
  3. Die Baulizenzgebühr muss vom Hersteller für jedes gebaute Boot an den DSV gezahlt werden, gleichgültig, ob dieses Boot später vermessen oder registriert wird.
  4. Der Hersteller ist verpflichtet, die Boote der Piratenklasse in Übereinstimmung mit den gültigen Regeln zu bauen.
  5. Der Hersteller ist verpflichtet, unter Verzicht auf die Einrede der Verjährung alle nachweislich beim Bau entstandenen Regelwidrigkeiten auf eigene Kosten zu beseitigen.
  1. Registrierung / Meßbrief
  1. An Klassenwettfahrten dürfen nur solche Boote teilnehmen, für die ein gültiger, vom nationalen Verband abgestempelter und auf den Namen des Eigners ausgestellter Meßbrief vorliegt.
  2. Der Meßbrief wird vom DSV aufgrund eines von einem anerkannten Vermesser ausgefüllten Vermessungsformblattes erstellt; Blanko-Formblätter sind in der DSV-Geschäftsstelle erhältlich.
  3. Mit dem Meßbrief erhält der Eigner eine Vermessungsplakette, die deutlich sichtbar am Spiegel des Bootes anzubringen ist. Diese Plakette kennzeichnet das Boot als ordnungsgemäß vermessen.
  4. Der Meßbrief wird ungültig durch
    (a) Eignerwechsel: In diesem Fall muss der Meßbrief beim DSV eingereicht werden, zusammen mit einer Erklärung des Voreigners, daß am Boot keine Veränderungen vorgenommen wurden, die gegen die Klassenbestimmungen verstoßen.
    (b) Änderungen am Rumpf, Rigg oder Segel. Hierzu ist eine Nachvermessung durch einen DSV-Vermesser notwendig.
  5. Regel 4 kann ersetzt werden durch entsprechende Vorschriften anderer nationaler Verbände.
  1. Vermessung
  1. Die Vermessung darf nur durch einen vom nat. Verband anerkannten Vermesser vorgenommen werden.
  2. Kein Vermesser darf ein Boot, Spieren, Segel oder Ausrüstung vermessen, die ihm gehören, die von ihm hergestellt wurden bzw. an denen er beteiligt oder Miteigentümer ist (Ausnahme 'C' Vermesser).
  3. Die Vermessung muss mit den offiziellen DSV-Schablonen erfolgen.
  4. Soweit die Vorschrift nichts anderes aussagt, gelten die Vermessungsvorschriften der IYRU.
  5. Nach der Erstvermessung ist der Eigner verantwortlich für die Einhaltung der Klassenvorschriften.
  1. Identifizierungszeichen
  1. Die Segelnummer Unterscheidungsnummer ist in gut lesbar großen Zahlen in den Kiel bzw. Doppelboden hinter dem Schwertkasten einzubrennen, einzuschneiden oder bei Kunststoffbooten auf eine fest eingegossene Metallplatte einzuschlagen. Die im Segel gefahrene Nummer und die am Rumpf angebrachte Nummer müssen identisch sein.
  2. Das Klassenzeichen, die Nationalbuchstaben und die Unterscheidungsnummer müssen in Übereinstimmung mit Regel 77 und Anhang G der gültigen WR angebracht werden. ist in einer Gruppierung, daß sich das Zentrum der Gruppe oberhalb der halben Höhe des Segels befindet und sich farbig scharf von diesem abhebt, auf beiden Seiten des Großsegels in unterschiedlicher Höhe anzubringen, und zwar an Steuerbord höher als an Backbord.
    Am Spinnaker sind etwa in halber Höhe auf beiden Seiten die Unterscheidungsnummern anzubringen (bei Wettfahrten im Ausland zusätzlich der Nationalbuchstabe).

    Anmerkung für Österreich: Die österreichische Klassenvereinigung vergibt persönliche Segelnummern, die die Steuerleute gemäß Anhang G1.1 (c) der Wettfahrtregeln von World Sailing auf all ihren Pirat-Segelbooten fahren dürfen.
  3. Das Klassenzeichen besteht aus einem roten Piratenbeil. Das Zeichen ist auf beiden Seiten des Segels deckungsgleich mit der Schneide nach vorn anzubringen.
    Europameister Europa-Cup-Sieger dürfen das Klassenzeichen in Gold fahren, nationale Meister in Silber. Diese Auszeichnungen sind auf den jeweiligen Steuermann beschränkt.
  4. Die Größe, Lesbarkeit und der Mindestabstand der Schriftzeichen muß sich in Übereinstimmung mit den entsprechenden Regeln der letzten WR befinden.
    Ab Segelvermessungsdatum 01.04.00 müssen die Nationalitätsbuchstaben in Übereinstimmung mit den gültigen der letzten WR geführt werden.
  1. Bauverfahren
  1. Jedes Boot muss in genauer Übereinstimmung mit den Zeichnungen und diesen Bauvorschriften gebaut werden. Alle zugelassenen Abweichungen und freigestellten Ausführungen sind besonders aufgeführt.
  2. Als Baumaterialien sind zugelassen: Vollholz, Sperrholz mit GL- oder vergleichbarem Gütesiegel, glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) und Sandwich. Kevlar und Kohlefaser sind verboten.
  3. Das nachfolgende Baubesteck ist für Holz- und Sperrholzbauteile vorgeschrieben
  1. Alle Abmessungen, Querschnitte und Stückzahlen sind Mindestmaße. Alle Entfernungen und Abstände der Bauteile sind Höchstmaße.
  2. Für Kiel, Vorsteven, Vorstevenknie, Spiegel, Mastspur, Spanten, Bodenwrangen, Kimmweger und Deckweger ist die Holzart über 560 kg/m³ freigestellt. Die Maße sind den Zeichnungen zu entnehmen.
    Bei lamelliertem Steven kann das Stevenknie entfallen.
  3. Decksbalken, Deckstringer: Holzart freigestellt, Maße nach Zeichnung
  4. Außenhaut und Deck (Mindeststärken):

(I) Holzart unter 560 kg/m³ 10 mm
(II) Holzart über 560 kg/m³ 9 mm
(III) Sperrholz  Rumpf 8 mm
                        Deck 6 mm
(IV) GFK  Rumpf 4,5 mm
                  Deck 4 mm
(V) Sandwich GFK-Außen- und Innenlaminat zusammen 3,5 mm
                  Sandwich-Material 2,5 mm

    Als Sandwich-Baumaterial für Rumpf und Deck ist nur zugelassen: Glasfaser, Polyesterharze, geschlossenzelliger Schaum mit einem Gewicht von mind. 80 kg/m³ sowie Hirnholz Balsa. Die Materialstärken sowie Art der Materialien müssen über die gesamte Schiffslänge des Rumpfes bzw. des Decks in gleicher Stärke und Art verlaufen, mit Ausnahme einer Breite von 60 mm beiderseitig entlang des Schandecks/Spiegelkanten, einer Breite von 60 mm im Stevenbereich, einer Breite von 60 mm beiderseitig von der Kimm sowie der ideellen Kielbreite.
    Es darf kein Versuch unternommen werden, etwa durch verschiedene Rumpf- oder Deckstärken, durch die Verwendung verschiedener Materialien oder Bauverfahren,verschieden starker Glasmatten oder Sättigungsgrade, Gewicht in der Mitte des Rumpfes zu konzentrieren.
    Bei Verdacht, daß diese Regel gebrochen wurde, können auf Veranlassung des nat. Verbandes, der Klassenvereinigung oder des Vermessers Probelöcher in ausreichender Zahl (aber nicht mehr als 10) über die Schiffslänge verteilt, gebohrt werden, um die Einhaltung dieser Regel zu überprüfen.
  1. Schwertkasten (Mindeststärken):

    (I) Seitenbeplankung:
              Holzart über 560 kg/m³ 22 mm
              Sperrholz 16 mm
    (II) Schwertkastensteifen an jeder Bodenwrange, Abmessungen nach Zeichnung

  2. Fußboden (Mindeststärken):

Vollholz 12mm
Sperrholz 8 mm

  1. Das unter Regel 11 festgelegte Gewicht und die Schwerpunktlage ist durch das Baubesteck für Vollholzausführungen bestimmt und gewährleistet. Bei der Bauausführung nach Sperrholz und Kunststoff sind diese Forderungen ebenfalls einzuhalten und nachzuweisen, um für alle Bauausführungen zu Regatten die gleichen Bedingungen sicherzustellen.
  2. Es ist die größte Sorgfalt anzuwenden, um sicherzustellen, daß alle Boote in Form und Bauausführung gleich sind. Abweichungen der Maße und Abmessungen der Bauteile über oder unter die vorgeschriebenen zulässigen Abweichungen hinaus, die nur für unvermeidliche geringfügige Bauungenauigkeiten gedacht sind, werden auf keinen Fall zugelassen. Verstärkungen dürfen nicht ungewöhnlich schwer sein (als Anhalt gelten die Holzbauzeichnungen). Es ist verboten, mittels ungewöhnlicher Verstärkungen Gewicht zu konzentrieren bzw. Untergewicht auszugleichen. Im Zweifelsfall ist der TA des DSV zu befragen.
  3. Die Spantflächen müssen gerade sein. Lediglich vor Spant 10 ist eine leichte Abweichung von der Geraden von max. 2 mm erlaubt.
  4. Der Raum unter den Seitendecks und dem Vor- und Achterdeck, sowie dem Cockpitboden dem Seitendeck und dem Fußboden darf als Auftriebskammer ausgebaut werden.
  5. Scheuerleiste: Gummi, GFK, Holzart über 560 kg/m³ freigestellt.
  6. Die Kimm darf nur mit einem Radius von höchstens 8 mm abgerundet werden.
  7. Spantenlose Sperrholzbauweise gemäß Blatt 2a ist zulässig.
  8. Es muss ein Wellenbrecher vorhanden sein. Die Höhe muss in der Mitte mindestens 50 mm betragen, die Schenkellänge an Deck gemessen muss mindestens 700 mm betragen.
  9. 2 durch Klappen verschließbare Lenzöffnungen von je 120 cm² im Spiegel sind erlaubt. Die Öffnungen oder hervorragende Klappen müssen mind. 10 mm von der Außenkante Rumpf entfernt sein. Die Klappen dürfen nicht nach unten öffnen.
  1. Rumpfvermessung
  1. Rumpf
  1. Vor Beginn der Vermessung muss die waagerechte Lage des Bootes in Längs- und Querschiffsrichtung überprüft werden. Die in 8.1.2 (II) definierte Basislinie bestimmt die waagerechte Lage des Bootes in Längsschiffslinie.
  2. Der Vermessungsursprungspunkt ist die gedachte Fläche "0", die den Schnittpunkt Unterkante Kiel/ Achterkante Spiegel senkrecht zur Basis und rechtwinklig zur Mitschiffslinie berührt.

(I) An den Vermessungspanten werden der Kielsprung und die Formtreue mittels der unter
8.1.5 angegebenen Maße überprüft. Alle Messungen erfolgen über Außenkante Außenhaut.

(II) Die Basislinie wird festgelegt durch die Maße H 0 (Basis bis Unterkante Kiel am Spiegel)
und H 10 (Basis bis Unterkante Kiel an Spant 10)

  1. Länge des Bootskörpers über Alles: LA 5000 mm ± 15 mm

(I) Ein nicht zu vermessender Stevenbeschlag von höchstens 10 mm Dicke ist erlaubt.

(II) Klebekanten für GFK-Bauten werden nicht berücksichtigt.

  1. Größte Breite über Außenkante Außenhaut: BMAX 1610 mm ± 20 mm

(I) Größte Höhe der Scheuerleiste: max. 30 mm

(II) Größte Breite der Scheuerleiste einschließlich Klebekanten: max. 12 mm

  1. Vermessung an den Spanten

Vermessungsplan I Rumpf

Spantenabstände von der Fläche
"O"
Kiel bis Basis
"H"
Ideelle Kielbreite
"K 1"
max. Breite Kielabrundung
"K 2"
Schandeck Basis
"HD"
Kimmhöhen über Basis
"HK"
Kimmbreiten
"BK"
Breiten über Deck
"B"
0 0 245 ± 0 20 ± 5 50 600 ± 20 325 ± 5 750 ± 10 866 ± 10
1 430 173 ± 5 42 ± 5 65   288 ± 5    
3 1290 70 ± 5 62 ± 5 85 579 ± 10 244 ± 5 1335 ± 10 1480 ± 10
6 2580 35 ± 5 76 ± 5 95 600 ± 10 236 ± 5 1375 ± 10 1570 ± 10
9 3870 112 ± 5 58 ± 5 80 654 ± 10 305 ± 5 786 ± 10 1018 ± 10
10 4300 158 ± 0 40 ± 5 55        
11 4730 217 ± 5 "HST" 720 ± 20

  1. Die Form des Stevens ist mit einer offiziellen DSV-Schablone zu kontrollieren. Die Unterkante der Schablone wird an Spant 10 angelegt.
    Der Spalt zwischen Steven und Schablone darf nicht größer sein als 20 mm (= Toleranz am Stevenkopf ± 20 mm.)
  1. Schwertbolzen/Schwertschlitz

(I) Mitte Schwertbolzen vor Spant 6 LSB 370 mm ± 10 mm

(II) Mitte Schwertbolzen bis Basis HSB 125 mm ± 10 mm

(III) Breite des Schwertkastenschlitzes BSK max. 15 mm

  1. Deck und Cockpit

    1. Länge des Achterdecks: LDA 860 mm ± 20 mm
    2. Von Fläche "0" bis Mitte Püttingeisen: LW 3100 mm ± 20 mm
      Abstand Mitte Püttingeisen von Schandeckslinie: max. 35 mm
    3. Fläche "0" bis Vorkante Mastausschnitt: LM 3440 mm ± 10 mm
    4. Fläche "0" bis Schnittpunkt Mitte Befestigungsloch-Fockvorliek, lotrecht zum Deck: LVS 4740 mm ± 5 mm
      Abstand Deck bis Mitte Befestigungsloch: max. 20 mm
    5. Fläche "0" bis Hinterkante Vordeck: LDV 3350 mm ± 20 mm
    6. Seitendecksbreiten

    (I) Breite der Seitendecks bei Spant 3: BD3 220 mm + 25 mm/ – 10 mm

    (II) Breite der Seitendecks bei Spant 6: BD6 250 mm + 25 mm/ – 10 mm

    (III) Breite der Seitendecks querab von LDV: BDV 300 mm + 25 mm/ – 10 mm

    (IV) Die größte Decksbreite muss an einem Punkt erreicht sein, der höchstens 30 mm unter
    Schandeck liegt. Kein Teil eines eingebauten Seitentanks darf weiter in das Cockpit
    hineinragen, ausgenommen eine maximale Abrundung von 30 mm zum Fußboden bzw. Remmleiste.

    (V) Die Oberseite des Seitendecks muss gerade sein bis zu einem Punkt,
    der höchstens 80 mm von der Innenkante des Decks entfernt liegt. Zwischen diesem
    Punkt und dem nach (IV) definierten Punkt ist die Bauausführung des Decks freigestellt.

    (VI) Die Balkenbucht an Hinterkante Vordeck darf max. 60 mm betragen.

    (VII) Abrupte Vertiefungen in den Decksflächen sind nicht erlaubt. Durchbrüche sind nur für die
    Durchführung von Tauwerk erlaubt. In den Auftriebstanks dürfen keine Decksdurchbrüche
    vor handen sein.

    (VIII) Innenkante Deck
    Die Innenkante des Decks muss zwischen "LDV" und "LDA" an jeder Stelle durchgehend konvex verlaufen.

    1. Fußboden

    (I) Länge des Fußbodens: LF min. 2500 mm

    (II) Breite des Fußbodens einschl. Remmleiste an Vorkante Cockpit: BFV min. 610 mm

    (III) desgl. an Hinterkante Schwertkasten: BFM min. 1080 mm

    (IV) desgl. an Achterkante Cockpit: BFA min. 800mm

    (V) Höhe des Fußbodens unter Schandeck an Spant 3: HF3 305 mm ± 40 mm

    (VI) Höhe des Fußbodens unter Schandeck an Spant 6: HF6 355 mm ± 40 mm

    (VII) Höhe des Fußbodens unter Schandeck an Vorderkante Cockpit: HFV 355 mm ± 40 mm

    1. Schwertkasten

      Höhe des Schwertkastens einschl. Deckbrett über Unterkante Kiel an Spant 6: HSK min. 500 mm, Dichtungslippen sind nicht erlaubt. Die Schwertkastenseiten dürfen im Bereich des Schwertbolzens eine Verstärkung aus Material mit einem spezifischen Gewicht nicht schwerer als Stahl von max. 150 x 100 mm aufweisen, Gewicht beider Platten max. 750 g.
  1. Auftrieb

    Auftriebskörper für Holzbauweise (min. 250 l), für Kunststoffbauweise (min. 400 l), für Kunststoffrumpf mit Holzdeck (min. 350 l), für Sandwichbauweise (min. 300 l) beiderseits unter den Seitendecks bzw. Vor- und Achterschiff sind vorgeschrieben. Die Anbringung muss so erfolgen, daß im vollgelaufenen Zustand das Boot annähernd waagerecht schwimmt. Der Auftrieb muss aus geschlossenzelligem Schaumstoff oder luftgefüllten Auftriebskörpern in entsprechender Größe bestehen.
  1. Querschotten:

    Der Raum unter dem Vor- und dem Achterdeck darf durch Querschotten geschlossen sein.
    Abstand - Achterschott vom '0' Punkt: 860 mm ± 20 mm
    Abstand - Vorpiekschott vom '0' Punkt: 3350 mm + 450 mm – 250 mm
    Das Achterschott muss senkrecht ± 5mm stehen.
    Beide Schotten müssen sich unter dem jeweiligen Deck befinden.
  1. Schwert
  1. Das Schwert muss aus 5 mm Schiffbaustahl oder legiertem Stahl gefertigt sein. Bei Kunststoffbeschichtung oder Anstrich darf die durch Beschichtung verursachte Gesamtstärke von max. 6 mm nicht überschritten werden. Es muss um einen (nach 8.1.7) an vorgeschriebener Stelle angebrachten, fest eingebauten Bolzen drehbar angeordnet sein. Der Schwertbolzen von Ø 12 ± 2 mm muss durch die Schwertkastenseiten durchgeführt werden.
  2. Die Form des Schwertes ist nach Vermessungsplan auszuführen.
  3. Stopperbolzen: Ø min. 10 mm
    Abstand zwischen VK-Schwert und Innenkante Bolzen: 212 mm – 5 mm
    *Abstand zwischen UK-Schwerthals und UK-Bolzen: max. 25 mm, min. 15 mm
    (*Dieses Maß ist gültig für Neuvermessungen ab 1.4.03).

Vermessungsplan I Schwert, Ruder

  1. Ruder
  1. Als Material ist zugelassen: Holz - Kunststoff (max. 20 mm), Stahl (4 mm), Aluminium (6 mm). Bei der Ausführung in Stahl oder Aluminium ist wahlweise ein festes oder ein Senkruder erlaubt.
  2. Die Form des Ruders einschl. des Kopfes muss dem Vermessungsplan entsprechen.
  3. Der Knick an Vorkante Ruderblatt muss sich ± 5 mm über oder unter der Verlängerung von Unterkante Kiel befinden.
  4. Der Abstand zwischen Ruderkopf und Spiegel darf höchstens 45 mm betragen. Die Differenz der Abstände an Oberkante bzw. Unterkante Ruderkopf darf nicht größer sein als 2 mm.
  5. Ruderbeschläge, Form und Länge der Pinne sind freigestellt, die Pinne muss jedoch direkt am Ruderkopf angreifen.
  6. Das Gewicht des kompletten Ruders einschl. der festen Beschläge, Pinne und Ausleger beträgt min. 4 kg.
  7. Jegliche Gewichtskonzentrationen sind verboten.
  1. Gewicht
  1. Das Gewicht des Bootskörpers in trockenem Zustand einschließlich Fußboden, fest eingebautem Reitbalken, Auftrieb nach Regel 8.3, fest eingebautem Kompass, fest eingebautem laufenden Gut, und Hängegurten jedoch ohne Spieren mit stehendem und laufendem Gut, Schoten, Schwert, Ruder mit Pinne sowie aller loser Ausrüstung n.R. 18: min. 170 kg.
    Das Gewicht des Bootskörpers in holztrockenem Zustand ohne Spieren und Takelage, ohne Schwert, Ruder und Pinne, ohne laufendes Gut und ohne Ausrüstung, sonst komplett einschließlich Fußboden und Auftrieb nach Regel 8.3 darf nicht kleiner sein als 170kg.
    Ausgleichsgewichte von max. 10 kg sind erlaubt. Ohne Ausgleichsgewichte darf das Boot also nicht leichter als 160 kg sein.
  2. Die Ausgleichsgewichte müssen aus Metall bestehen und je in Hälften oder Vierteln an Unterseite Deck direkt vor und hinter dem Cockpit zur Zufriedenheit des Vermessers befestigt und vermarkt sein. Anzahl und Gewicht sind in den Meßbrief einzutragen.
  3. Das Gewicht des segelfertigen Bootes einschl. Schwert, Schwerttalje, Ruderanlage, Rigg sowie Ausrüstung nach Regel 18, jedoch ohne Anker, Segel, Schoten darf 218 kg nicht unterschreiten.
    Der Schwerpunkt des unter 11.1 beschriebenen Bootskörpers (einschl. der Ausgleichsgewichte gem. Abs. 11.2) muss folgenden Vorschriften entsprechen: Bei Lagerung auf einem der Schandecks muss der Bootskörper balancieren. Der Rumpf muss dabei ohne weitere Stütze mit der oberen Schandeckkante eine senkrechte Fläche (Lot) berühren, deren Fußpunkt nicht mehr als 460 mm vom unteren Unterstützungspunkt entfernt ist. Zusätzlich notwendige Korrekturgewichte sind gleichmäßig beidseitig unter den Seitendecks so anzubringen, daß der Balancezustand erreicht wird. Diese Korrekturgewichte sind ebenfalls so zu vermarken, daß sie nicht unbemerkt entfernt werden können.
  1. Mast
  1. Material: Holz oder Leichtmetall
  2. Drehbare oder permanent gebogene Masten sind verboten. Eine max. 10 mm Abweichung der Mast-Achterkante von der Geraden zwischen der oberen und unteren Messmarke wird nicht als Verletzung dieser Regel angesehen.
  3. Sich farbig absetzende Meßmarken von 10 mm Breite sind am Mast wie folgt anzubringen:
    (I) Oberkante Meßmarke I über Oberkante Deck: M I 270 mm ± 50 mm
    (II) Unterkante Meßmarke II über Oberkante Meßmarke I: M II max. 5515 mm
  4. Länge Oberkante Deck bis Schnittpunkt Vorstag + Wanten mit Außenkante Mast: MVS max. 4310 mm
  5. Länge von Deck bis Oberkante Spinnakerfallrolle: MSP max. 4440 mm
  6. Abstand von Vorderkante Spinnakerfallrolle bis Vorkante Mast max. 100 mm
  7. Außenabmessung des Profils: min. 70 x 55 mm
    (I) Die LM-Ausführung muss aus gleichmäßigem Profil (min. 55 x 55 mm) vom Mastfuß bis max. 620 mm über Deck bestehen. In diesem Bereich sind Ausschnitte zur Segeleinführung und Anbringung von Beschlägen erlaubt. Darüber muss ein gleichmäßiges Profil (Außenabmessung min. 70 x 55 mm) bis 4400 mm über Deck bestehen. Von dieser Stelle nach oben darf gleichmäßig verjüngt werden.
    (II) Der Durchmesser des Mastes an der oberen Meßmarke darf nicht kleiner sein als min. 15 mm.
  8. Ein Mastcontroller ist nicht erlaubt. Der Mast darf nur im Deck mit den üblichen Mastkeilen festgekeilt werden. In Deckhöhe kann an Hinterkante Mast ein Klappbügel zur Sicherung vorgesehen werden.
  9. Das Topgewicht des Mastes beträgt mindestens 3 kg. Für die Ermittlung des Topgewichtes wird das stehende Gut parallel zum Mast nach unten geführt, und die Fallen befinden sich in Segelposition. Der Mast wird in waagerechter Lage bei Oberkante MM I abgestützt und bei Unterkante MM II gewogen.
  1. Großbaum
  1. Material: Holz oder Leichtmetall
  2. Permanent gebogene Bäume sind verboten.
  3. Ein sich farbig absetzendes 10 mm breites Band muss am Baum so angebracht sein, daß Innenkante Meßband höchstens 2680 mm von Hinterkante Mast entfernt ist (M III max. 2680)
  4. Der Baum einschl. der festen Beschläge muss durch einen Kreis von 100 mm geschoben werden können.
  5. Der Abstand zwischen Hinterseite Mast und Drehpunkt des Baumlümmellagers darf nicht größer sein als 35 mm.
  1. Spinnakerbaum
  1. Material: Holz oder Leichtmetall
  2. Länge über Außenkante Beschläge: SPL max. 1600 mm
  3. Die Höhe des Spinnakerbaumbeschlages am Mast ist beliebig.
  4. Maximale Größe der Spinnakerbaumbefestigung an Vorkante Mast: 30 mm
  1. Stehendes / Laufendes Gut
  1. Für Wanten und Vorstag ist wahlweise Nirostahl Draht aus Stahl oder nicht rostendem Edelstahl zugelassen (Stärke min. 2,5 mm). Erlaubt sind lediglich 2 Wanten und 1 Vorstag.
  2. Eine gerade Saling einfacher Bauart ist erlaubt (Ø max. 40 mm).
  3. Für das Vorstag und Fockfall ist ein Beschlag am Mast gestattet, doch muss der Schnittpunkt des Vorstages und der Wanten bzw. deren Verlängerung genau in der vorgeschriebenen Höhe liegen. Das Vorstag muss während einer Wettfahrt vorlich vom Vorliek des Vorsegels gefahren werden. Es muss am Mast und an Deck befestigt sein. Eine Verstellung während der Wettfahrt ist nicht erlaubt. Das Vorstag muss dem Mast Halt geben, wenn das Vorsegelfall oder Hals im starken Wind gebrochen ist.
  4. Ein Focktuchstrecker am Hals ist erlaubt, die Durchführung durch das Deck ist gestattet.
  5. Die Großschotführung ist freigestellt; ein Leitwagen ist erlaubt. Die Großschotführung muss innerhalb des Cockpits liegen.
  6. Das Material der Großsegel- und Spinnakerfallen ist freigestellt. Das Fockfall muss vom Segelkopf bis zum Befestigungspunkt aus Stahldraht, von dort aus als Tauvorläufer bestehen. Strecker sind an diesen Fallen nicht erlaubt.
  7. Die Führung der Schwerttalje und des Spinnakerfalls ist freigestellt.
  8. Trapez oder ähnliche Auslegevorrichtungen sind verboten.
  9. Barberholer für Spinnaker-Schoten sind erlaubt.
  10. Eine Fockfalltalje ist erlaubt, die Ausführung ist freigestellt.
  1. Beschläge
  1. Die Ausführung der erlaubten Beschläge ist freigestellt, soweit diese Vorschrift nichts anderes aussagt.
  2. Ein Sicherungsbeschlag gegen Herausfallen des Ruders ist vorgeschrieben.
  3. Wantenschnellverstellung, Rollfockvorrichtung und verstellbarer Mastfußbeschlag sind verboten.
    Klappwantenspanner, "Bierkästen", Vorsegelstrecker, Rollfockvorrichtung und verstellbarer Mastfußbeschlag sind verboten.
  4. Fockholepunkte müssen sich innerhalb der Decksflächen befinden. Fockschotführung innerhalb des Cockpits, auch durch Barberholer, ist verboten. Als Vermessungspunkt für die Führung gilt die innere Anlagefläche der Fockleitöse. Die obere Anlagefläche der Öse darf in der jeweiligen Spantebene eine Höhe von 100 mm über Schandeck nicht überschreiten.
  5. Mechanische oder hydraulische Niederholerkonstruktionen, die in der Lage sind, Druck aufzunehmen, sind verboten.
  6. Ein Reitbalken ist erlaubt. Ausführung und Material ist freigestellt.
  1. Segel

  2. (siehe auch Vermessungsplan II und III)

Vermessungsplan II

Vermessungsplan III Fockvermessungspunkte

  1. Während einer Regatta dürfen nur Segel gefahren werden, die von einem zugelassenem amtlichen Vermesser eines nationalen Verbandes abgestempelt sind.
  1. Für die Vermessung müssen die Segel trocken sein. Das Segeltuch ist so straff zu spannen, daß Falten quer zur Vermessungslinie verschwinden.
  2. Die Segel müssen sollen aus Naturstoffen Natur- oder synthetischem Material gefertigt werden; das Mindestgewicht für synthetische Stoffe soll 125 g/m², für Naturstoffe (Baumwolle, Leinen) 150 g/m² nicht unterschreiten.
    Die Segel müssen aus gewebtem Material bestehen. Als gewebtes Material sind Materialien anzusehen, bei denen sich die Fasern voneinander trennen lassen, ohne daß Filmrückstände übrig bleiben. Kohlestofffasern in den Segeln sind verboten.
  1. Großsegel
    1. (I) Das Segel darf nur innerhalb der Vermessungsmarken gefahren werden, Vorliek und Baumliek werden eingezogen. Das Liektau am Unterliek des Großsegels darf maximal 100 mm vor dem Schnittpunkt zum Achterliek enden. Die Anbringung eines Göhlrutschers im Bereich des Schothornes ist gestattet. Diese Regel gilt für alle nach dem 01.04.2015 vermessenen Segel.

      (II) Die Oberkante des Großbaumes darf sich in rechtwinkliger Stellung zum Mast nicht unterhalb der oberen Kante der Meßmarke I befinden.

    2. Länge der Sehne des Achterlieks: AL max. 5380 mm
    3.     
      (I) Die Breite des Großsegels von Mitte Achterliek zum naheliegensten Punkt des Vorlieks einschließlich Liektau: ½ W max. 1675 mm

      (II) Die Breite des Großsegels vom ¼ Achterliekspunkt (vom Kopfvermessungspunkt) zum nächstliegenden Punkt des Vorlieks, einschließlich Liektau: ¼ W max. 970 mm

      (III) Die Breite des Segels inklusive Liektau, gemessen zwischen dem Punkt auf dem Vorliek, der 200 mm vom Kopfpunkt des Segels entfernt liegt, und dem Punkt auf dem Achterliek, der 300 mm vom Kopfpunkt des Segels entfernt liegt, beträgt maximal 300 mm.

    4. (I) Das Achterliek muß in einer gleichmäßigen Kurve verlaufen. Es wird durch 4 Latten in fünf annähernd gleiche Abschnitte unterteilt (Toleranz ± 50 mm). Alle Latten verlaufen annähernd senkrecht zum Achterliek. Die 3 oberen Latten laufen senkrecht zum Achterliek, die untere angenähert parallel zum Großbaum.

      (II) Länge der oberen und unteren Segellatte: max. 350 mm / Breite der Latten: max. 40 mm

      (III) Länge der zwei mittleren Segellatten: max. 500 mm / Breite der Latten: max. 40 mm

      (IV) Die Länge der Lattentaschen darf um max. 50 mm größer sein als die entsprechende Lattenlänge.

      (V) Regel 17.2.3 + 17.2.4 gilt für alle nach dem 1.4.2010 vermessenen Segel.

    5. Die Breite des Kopfes einschließlich Liektau beträgt max. 140 mm. Ein Kopfbrett ist erlaubt.
      Die Breite des Kopfes und Kopfbrettes rechtwinklig bis Achterkante des Liektaues gemessen: max. 130 mm
    6. 2 Fenster sind erlaubt von zusammen max. 0,3 m²
    7. Im Segel dürfen keine Reißverschlüsse, doppelte Fußlieken o.ä. Vorrichtungen gefahren werden.
    8. Verstärkungen am inneren Ende der Lattentaschen sind erlaubt. Die Verstärkungen müssen in ein Qudrat von 150 mm passen und dürfen aus selbstklebendem Tuch bestehen. 9. Das Tuch darf nicht stärker als das im übrigen Segel verwendete Tuch sein.

  2. Vorsegel
  1. Vorliek: VL max. 4100 mm
  2. Unterliek: UL max. 1520 mm
  3. Achterliek: AL max. 3620 mm
  4. Unterlieksrundung max. 170 mm von der Geraden zwischen Schothorn und Hals. Als Vermessungspunkte für die "Gerade" gelten die Vermessungspunkte für die Unterliekslänge des Vorsegels.
  5. Die Kopfbreite einschließlich Liek darf nicht größer sein als max. 30 mm.
  6. Im Vorliek muss ein loser Liekdraht, Mindestdurchmesser 3 mm, gefahren werden.
  7. Im Vorsegel dürfen keine Latten gefahren werden.
  8. 2 Fenster sind erlaubt von zusammen max. 0,2 m².
  9. (I) Regel 64.5 der IWB Regel 50.4 der RRS der ISAF WR von World Sailing hat keine Gültigkeit. Ab Vermessungsdatum 1.4.1990 darf das Achterliek nicht konvex ausgeführt sein.

    (II) Im Halsbereich dürfen sich im Segel unterhalb der Halskausche keine weiteren Kauschen oder Befestigungen befinden.

  1. Spinnaker
  1. Seitenlieken: SL max. 4180 mm
  2. Mittellinie: ML max. 4550 mm
  3. ½ Unterliek: UL max. 1300 mm
  4. ½ Mittelbreite: ½ M 1730 mm
  5. Tuchgewicht: min 30 g/m²
  6. Kopfholz oder andere feste Verstärkungen höchstens 50 mm. Tuchversteifung bei Kopf und Schothörnern höchstens max. 280 mm. Darüber hinausgehende Verstärkungen sind nicht erlaubt.
  7. Spinnaker müssen keine Nationalitätsbuchstaben und Segelnummern aufweisen. Wenn Nationalitätsbuchstaben und / oder Segelnummern im Spinnaker vorhanden sind, müssen diese die gültigen sein.
  1. Ausrüstung

Mit Ausnahme von Zeitnehmern und digitalen Kompassen ohne Taktikfunktion sind elektronische Geräte während einer Wettfahrt verboten.

Folgende Ausrüstung muss bei Wettfahrten an Bord vorhanden sein:

  • 1 schwimmfähige Trosse von 15 m Länge und 8 mm Durchmesser
    1 Trosse von 10 m Länge und 10 mm Durchmesser
  • 2 persönliche Auftriebshilfen mit mindestens 50 N Auftrieb
    2 Rettungswesten
  • 1 Paddel
  • 1 Ößfaß oder eine Lenzpumpe
  • Eine Vorrichtung, welche in durchgekentertem Zustand sicherstellen kann, daß die untere Schwertecke min. 100 mm Abstand außerhalb vom Rumpf hat.
  • 1 Anker (min. 5 kg) muss an Bord geführt werden, wenn die Ausschreibung dieses vorschreibt. Segelanweisungen dieses vorschreiben.

Ergänzende Vorschriften für Klassenwettfahrten

  1. Wettfahrtregeln (WR) Wettsegelbestimmungen
  2. Wettfahrten werden, bis auf o.a. Ausnahmen, nach den jeweils gültigen WR der ISAF von World Sailing ausgetragen.
    In direktem Zusammenhang mit diesen Klassenregeln stehen folgende Regeln der IWB: 19, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 54, 65, 66, 68. Klassenwettfahrten werden nach den IWB sowie der Wettfahrtordnung des DSV ausgetragen. Von diesen Bestimmungen darf nur mit Zustimmung des DSV abgewichen werden.

  3. Klassenvorschriften
  1. Diese Klassenvorschrift ist bindend für alle Regatten. Wettfahrtausschüsse sind nicht berechtigt, von diesen Vorschriften abzuweichen.
  2. Der Eigner ist dafür verantwortlich, daß sein Boot den Klassenvorschriften entspricht.
  3. Während einer Regatta darf nur je 1 Großsegel, 1 Fock, 1 Spinnaker an Bord sein.
  1. Vermessung
    1. Jeder Eigner ist verpflichtet, sein Boot bei stattfindenden Kontrollvermessungen dem Vermesser vorzuführen.
    2. Wird bei Kontrollvermessungen eine Verletzung dieser Klassenvorschriften festgestellt, so muss der Wettfahrtausschuß die gem. W.R. IWB vorgesehenen Maßnahmen treffen. Weiterhin ist dem DSV über diesen Vorfall Bericht zu erstatten.

  2. Besatzung

Die Besatzung muss aus 2 Personen bestehen, die Amateure sein müssen.


Verzeichnis der offiziellen Zeichnungen

Blatt 1:Spanten, Kielquerschnitte, Steven
Blatt 2:Kielstapelplan, Bauplan und Gabelpinne
Blatt 2a: Spantenlose Sperrholzbauweise
Blatt 3: Segelriß
Blatt 3a: Mast und Großbaum
Blatt 4: Beschläge, Schwert und Ruder
Blatt 4a: Senkruder
Blatt 5: Linienriß

Anlagen Vermessungspläne

Plan I: Rumpf, Schwert und Ruder
Plan II: Rigg und Segel
Plan III: Fockvermessungspunkte

Im Zweifel haben diese Klassenvorschriften Bauvorschriften Vorrang vor den Zeichnungen.

DSV, 1.Mai 1976